Donnerstag, 18.12.2014
Steuermann

Törnberichte

SKS Ausbildungstörn

SKS Ausbildungstörn Nordsee (Segel und Motor)

geschrieben von Carsten Stange

Im Frühjahr des Jahres hatte ich mich dazu entschlossen, den SKS zu machen. Aber wenn schon, dann unter Segel und Motor. Schließlich wollte ich schon immer das Segeln lernen. Aber wo und wie stellt man das nun an?

Nach langer Suche im „www“ fand ich dann einen Törn, der mir zusagte. „SKS Praxistörn in der deutschen Bucht von Hamburg rund um Helgoland“ stand dort geschrieben und Anfang September klang auch sehr gut.
Recht kurz entschlossen habe ich diesen Törn dann sechs Wochen vor Beginn gebucht. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass der Törn schon Monate vorher ausgebucht war. Nur durch einen Internet-Fehler kam ich noch mit auf das Schiff und deshalb war zusätzlich ein Co-Skipper mit an Bord; was sich aber im nach hinein für alle als sehr praktisch herausstellte. Dadurch, dass uns neben Skipper Karl, Inhaber der Segelschule Prüsse, auch noch Thomsen als Co-Skipper begleitete, war immer genug Zeit für technische Erklärungen etc..
Da ich ja nun so gar keine Ahnung vom Segeln hatte (an dieser Stelle sei bemerkt dass ich erst im Nachhinein erfahren habe, dass dieser Kurs nur für Teilnehmer mit Segelerfahrung gedacht war), stand ich erst einmal vor dem Problem, was wohl um diese Jahreszeit die passende Kleidung zum Mitnehmen ist. Nach viel Recherche und Nachfragen kam eine recht teure und lange Einkaufsliste zusammen, wobei das Wichtigste wohl das Offshore Ölzeug, Funktionswäsche und Deckgummistiefel waren.

Freitag 2.9.2011: Es ist soweit. Um 20 Uhr betrete ich zum ersten Mal das Deck der „Magic“. Eine 15,48 Meter lange Segelyacht, die ursprünglich für den Regatta Betrieb gebaut wurde und, vom hochkarätigen technischen Equipment einmal abgesehen, trotzdem über einigen Komfort verfügt.
Nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem Schiff, den Skippern und der Crew, ist ein gemeinsames Essen auf dem Feuerschiff im Hamburger City-Sportboothafen angesagt, in dem auch die Magic geduldig auf ihren ersten SKS-Törn im Spätsommer wartet.

Samstag 3.9.2011: Um 6:30 Uhr ist Aufstehen angesagt. Noch bevor das geschäftige Treiben im Hamburger Hafen richtig losgeht und die ersten Touristen die Landungsbrücken entern.
Als Erstes gibt es eine Sicherheitseinweisung, zu der auch das Prüfen, das Falten und die Inbetriebnahme der automatischen Rettungswesten gehören. Nach dem Frühstück wird der erste Ableger durch eindampfen in die Achterspring gefahren und unser Törn beginnt. Leider nur unter Motor, da nicht mal ein laues Lüftchen weht. So hat aber jedes Crewmitglied die Möglichkeit, sich in ruhigem Gewässer mit dem Ruder der Magic anzufreunden. Ich bin echt überrascht, dass sich ein 17,5 Tonnen Schiff so leicht und direkt steuern läst.
Dass die Magic auch über einen starken Tiefgang verfügt, wird uns klar, als wir in Cuxhaven ein passendes Nachtlager suchen. Wir fahren jeden Hafen an und finden erst bei der Seglervereinigung Cuxhaven e.V. einen Liegeplatz und die Möglichkeit, Kraftstoff zu bunkern. Nach zwei sehr gut und ausführlich erklärten Steuerbord Anlegern, Einem am Tanksteg und Einem am Liegeplatz, gehen wir im zum Hafen gehörenden Lokal essen und verschwinden kurz nach Mitternacht in unseren Kojen.

Sonntag 4.9.2011: Das Wetter ist in der Nacht auf Regen umgeschlagen und der Wind hat auf 5 Beaufort zugelegt. Nach dem Duschen und einem ausgiebigen Frühstück wird um 9 Uhr abgelegt. Den ganzen Tag üben wir im Bereich der Meedem Reede vor Cuxhaven Manöver unter Segel und Motor. Dazu gehören: Segel setzen und bergen, Kurs halten, Kursgerecht aufstoppen, Wenden, Halsen, Boje über Bord unter Segel und Motor, wenden auf engsten Raum und Beiliegen. Im Hafen der Seglervereinigung Cuxhaven fährt jedes Mitglied der Crew ein Backbord Anlegemanöver und legt durch eindampfen in die Achterspring ab. Der letzte Anleger um 19 Uhr wird dann nochmal mit der Steuerbordseite gefahren.

Montag 5.9.2011: Aufstehen um 5:30 Uhr. Während des Frühstücks hören wir den Seewetter Bericht auf DP07 und erkundigen uns per Internet näher über das bevorstehende Wetter. Trotz angesagten Sturmböen entschließt der Skipper, dass wir den Törn nach Helgoland wagen. Um 7:30 legen wir ab und setzen kurz nach der Ausfahrt aus dem Hafen die Segel, wobei wir nur die 80% Genua setzen und das Groß im zweiten Reff. Bei ca.35 Grad Krängung zur Backbordseite gleitet die Magic bei 8 Beaufort mit 8 bis 9 Knoten an einem „Nah am Wind“ Kurs durch das Wasser. Auf der Hälfte der Strecke nimmt der Wind immer mehr zu, so dass wir das Groß im dritten Reff fahren. Alle sind gut gelaunt, aber etwas angespannt. Ein Crewmitglied leidet unter Seekrankheit bis zum Erbrechen. Kurz vor Helgoland wollen wir das Focksegel, die 80% Genua einholen. Das zeigt sich jedoch bei ständig überschwemmten Vorschiff und zwei Meter hohen Wellen als etwas schwierig, so dass ein weiteres Crewmitglied seiner Seekrankheit freien Lauf lässt. Interessanter Weise schafft er es aber noch, die Genua mit der anderen Hand am Decksboden des Schiffes festzuhalten. Der Skipper beschließt, das Groß erst im Vorhafen von Helgoland einzuholen, da es auf der See als kaum möglich erscheint.
Um 14 Uhr ist es geschafft, die Magic liegt fest am Anleger in Helgoland. Der Skipper beschließt einen zweistündigen Aufenthalt mit Mittagessen in einem Lokal auf der Insel. Um 16 Uhr legen wir wieder ab und nach dem Segelsetzen geht es zurück nach Cuxhaven. Mit dem Wind im Rücken und einem Raumschotskurs fahren wir bei Windstärke 9 in Böen 10 mit 10 Knoten über die 2 bis 3 Meter hohen Wellen. Sowohl auf der Hin- und auf der Rücktour hält jeder von uns die Magic mal mehr, mal weniger auf Kurs und reitet auf der Welle. Um 20 Uhr legen wir wieder in Cuxhaven an.

Dienstag 6.9.2011: Aufstehen um 8:30 Uhr. Danach Frühstück und klar Schiff machen. Nach dem Durchsprechen einiger Segelkommandos legen wir um 11 Uhr durch eindampfen in die Vorspring ab.
Wir setzen auf der Meedem Reede die Segel, um dort bei 33 Knoten Windgeschwindigkeiten Segelmanöver zu trainieren. Nachdem jeder mehr als einmal diverse Manöver gefahren hat und der Wind weiter zugenommen hat, reißt die Steuerbordschot für das Focksegel von der Winsch und verfängt sich in der Backbordschot. Da bei dem Wind die Schot kaum wieder zu befreien ist, bergen wir die Fock und machen uns gegen 16 Uhr wieder auf zurück in den Hafen der Seglergemeinschaft Cuxhaven. Vor dem Einlaufen holen wir das Groß ein und legen auf der Steuerbordseite an. Im Hafen verstauen wir die Fock und das Groß noch einmal ordentlich und bekommen eine Einweisung in den Kartenplotter. Jedes Crewmitglied freundet sich den Abend über mit dem Plotter an und genießt nebenbei das Abendbrot, um dann früh im Bett zu verschwinden. Schlafen ist bei dem Sturm aber gar nicht so einfach.

Mittwoch 7.9.2011: Der Sturm hat sich etwas gelegt, so dass unsere Nachfahrt Richtung Hamburg mit Aufstehen um 2:45 Uhr beginnt. Nachdem wir uns und das Schiff zum auslaufen klar gemacht haben, verlassen wir um 4 Uhr Cuxhaven. Gleich nachdem wir die Hafeneinfahrt passiert haben setzen wir die Segel und machen uns auf den Weg Richtung Hamburg. Jeder von uns steuert die Magic einen Teil der Strecke. Ich komme in den Genuss, die Yacht eine 3/4Stunde im Dunkeln und eine halbe Stunde im Hellen steuern zu dürfen.
Im Mühlenberger-Loch, vor den Toren Hamburgs, angekommen, ordnet der Skipper Manövertraining an. Hier soll am Freitag auch die Prüfung stattfinden. Das Revier ist für die Magic sehr flach, so dass wir zwischen zwei Tonnen, abseits der Fahrrinne, Wenden und Halsen. Danach schauen wir uns den Steendiek-Kanal an, da wir dort die Nacht zum Freitag verbringen und die Prüfer an Bord nehmen wollen. Diese Nacht verbringen wir dann aber doch lieber im City Sportboot Hafen bei den Landungsbrücken, den wir gegen 17 Uhr erreichen.

Donnerstag 8.9.2011: Aufstehen um 7:30Uhr. Das Ablegen um 11 Uhr ist ein angenehmer Anfang des Tages, der nach einer Stunde Fahrt zum Mühlenberger-Loch mit einem Tag voller „Boje über Bord Manöver unter Segel“ schnell voranschreitet. Da der starke Wind schnelles Handeln erfordert, schlaucht das Training uns alle mehr als erwartet. Um 17 Uhr suchen wir den Liegeplatz im Steendiek-Kanal auf, machen Klar-Schiff und üben mit dem Skipper verschiedene Knoten wie z.B.: Palstek, Webeleinenstek, Achtknoten, Stopperstek etc. Danach kocht uns der Smutje ein leckeres Abendessen. Nach ein wenig Theorie verschwinden wir in den Kojen.

Freitag 9.9.2011: Der Tag der Prüfung. Wieder ein Tag, an dem um 5:30 Uhr aufstehen angesagt ist. Was uns alle etwas erschreckt, ist, dass genau heute der Wind mit nur 2 Knoten weht. Die amüsante Frage taucht auf, ob wir auch bei so wenig Wind manövrieren können...  Um 7 Uhr geht es nach dem Ablegen unter Motor zum Anleger „Op´n Bulln“ im Bereich des Mühlenberger-Loch. Dort angekommen fährt jedes Mitglied der Crew einen An- und Ableger. Als alle damit durch sind, wird von Jedem ein „Boje über Bord Manöver“ unter Motor und dann unter Segeln gefahren. Danach geht es um 12 Uhr zurück zum Steendiek-Kanal, um noch mal klar Schiff zu machen und noch ein wenig Theorie in Wetter und Wetterkarten zu bekommen.
Um 13:30Uhr kommen die Prüfer an Bord und stellen sich vor. Um 14 Uhr brechen wir wieder zum Anleger „Op´n Bulln“ auf. Dort angekommen fährt jeder von uns sieben Prüflingen einen An- oder Ableger, wobei wir von den vielen Schaulustigen auf dem Anleger beobachtet werden. Als Nächstes wird von jedem unter Motor das „Boje über Bord Manöver“ gefahren. Während einer der Prüfer uns dabei bewertet, befragt der Andere jeden von uns einzeln unter Deck nach See und Wetterkarten, Navigation, Sicherheitsausrüstungen, Maschine,  uns so weiter. Danach werden bei wenig Wind die Segel gesetzt und jeder fährt ein „Boje über Bord Manöver“ mit jeweils einer Wende und einer Halse. Als alle damit durch sind werden die Segel geborgen und es geht zurück zum Steendiek-Kanal. Nach ca. 20 Minuten kommen die Prüfer wieder an Deck und teilen uns mit, dass alle bestanden haben und verlassen das Schiff. Wie wir später erfahren, ist es nicht selbstverständlich, dass Alle bestehen. Von den sechs Prüflingen der nächsten Woche fallen zwei durch die Prüfung.
Um 17 Uhr fahren wir zurück zum City-Sportboothafen. Unsere vorerst letzte Fahrt mit der Magic und das Ganze bei schönstem Sonnenschein. Im Hafen angekommen räumen wir das Schiff auf und bringen unsere Sachen von Bord. Um 19 Uhr lassen wir das Schiff am Steg alleine und beschließen, uns nächstes Jahr wieder für einen Törn zu treffen.

Toern 2010 von Bodenwerder nach Berlin

mit MS Sealove / Fjord 725

von Dieter und Anneliese Hoffmann

Hinweise aus Sportschifffahrtskarten Binnen
Geschwindigkeiten gemäß Beschilderung beachten!

Übersichtsplan


Start Ziel Kilometrierung Entfernung Besonderheit
1. Tag Bodenwerder 112
Schachtschleuse 205 93 Umleitung Unter- und Oberschleuse
YC Minden - MLK 97,5 3 Liegegeb.,Duschen, Strom € 12,99
2. Tag YC Minden Mitellandkanal Buch 4 Seite 39
Lohnde 149,5 52
YH Seelze / Stichkanal Linden 3 Liegegeb.,Duschen, Strom € 11,50
3. Tag YH Seelze / Stichkanal Linden 3 Schleuse Anderten KM 174,5
Bortfeld 213 63,5
YH Heidanger / Stichkanal Salzgitter 5 Liegegeb.,Duschen, Strom € 13,20 Buch 4 Seite 43
4. Tag YH Heidanger / Stichkanal Salzgitter 5 Schleuse Sülfeld KM 237
Autostadt Wolfsburg KM 246
MBC Wolfsburg 247 34 Liegegeb.,Duschen, Strom € 12,00
5. Tag MBC Wolfsburg
Haldensleben 301 54 Liegegeb.,Duschen, Strom € 12,00
6. Tag Haldensleben MLK Wasserstraßenkreuz KM 321 Buch 4 Seite 50-51
Schleuse Hohewarte KM 325
Schleuse Zerben KM 345
Genthin / Elbe - Havel - Kanal 362 61 Hafen sehr klein aber hilfsbereit
Liegegeb.€ 8,00, Strom € 3,00, D= € 1,00
Supermarkt und Tankstelle 300m Buch 1 Seite 34-32
7. Tag Genthin / EHK Schleuse Wusterwitz KM 376
382 20 Wendsee - Plauer See
Wendsee - Plauer See 67 Buch 1 Seite 31
Breitlingsee - Plauer Gemünd 64 3
Brandenburger Niederhavel 62 Liegegeb.,Duschen, Strom € 10,00 Buch 1 Seite18 / 17
Brandenburg Wasserwanderrastplatz am Salzhofufer 57 10 Tel.01752157774 anmelden
8. Tag WWRP Salzhofufer Vorstadtschleuse Brandenburg km 56 Buch 1 Seite 17-14
kleiner Beetzsee / Untere Havel 35 22
Trebelsee, Ketzin 32,5 2,5 Querseilfähre
Potsdamer Havel, Zernsee 0
Werder - Porta Sophia 12,5 12,5 Inselstadt/ Liegegeb.€ 11,25 Buch 1 Seite 26
9. Tag Werder Schwielowsee, Caputh 17 4,5
Templiner See / Potsdam Yachthafen 23 6 Liegegeb., Strom € 9,90
10. Tag YH Potsdam Km 24 Querseilfähre
Vorderkappe, Neue Fahrt km 25 Tankstation auf dem Kiewitt
Tiefer See 27,5 4,5 Aldi-Anleger vorher Querseilfähre Buch 1 Seite 12- 13
Glienicker Laake, Griebnitz See, 0-3 3 Glienicker Brücke, Babelsberg
Stölpchen See, Kleiner Wannsee 3 Einbahnverkehr je halbe Std.
Großer Wannsee-Marina Wannsee 16 2 Liegegeb. incl. € 20,00
11.-13.Tag Großer Wannsee - Marina Wannsee
14.Tag Großer Wannsee - Marina Wannsee Schwanewerder, Scharfe Lanke 3,5 12,5 vor DLRG-Haus / Liegeg.€ 11,00
15.Tag Spandau, Berlin Bootshaus Hempler
16. Tag Scharfe Lanke Havel, Kladower See
Jungfernsee, Tiefer See 18 14,5 Buch 1 Seite 12- 13
Neue Fahrt, Vorder Kappe
Potsdam 23 5 Liegegeb., Strom € 9,90
17. Tag YH Potsdam
18. Tag YH Potsdam Tiefer See, Jungfernsee 27,5 - 19, 8,5
Sacrow-Paretzer Kanal 33,1 14,1
Dammgraben, Trebel See
Havel, Brandenburg Schoners Wehr 55,5 22,4 Liegegeb., Strom € 8,50
19.Tag Brandenburg Schoners Wehr
20. Tag Brandenburg Schoners Wehr Kleiner Beetsee, Silokanal 61,5 6 Vorstadtschleuse
Quenzsee, Plauer See 67 5,5
Wendsee, Elbe Havel-Kanal 382 Trogbrücke
Genthin 362 20 Liegegeb.€ 8,00, Strom € 3,00, D= € 1,00
21. Tag Genthin /EHK Zerben Schleuse
Hohewarte Schleuse
Trogbrücke 322 40
Haldensleben MLK 301 21 Liegegeb.,Duschen, Strom € 12,00 Buch 4 Seite 50-51
22. Tag YH Haldensleben MBC Wolfsburg 247 54 Liegegeb., Strom € 9,00
23. Tag MBC Wolfsburg Autostadt
24. Tag MBC Wolfsburg YH Sehnde 183,5 63,5 Liegegeb., Strom, Dusche € 11,00
25. Tag YH Sehnde YC Minden - MLK 97,5 86 Liegegeb., Strom, Dusche € 11,60
gesamt km 842,5

 

 

 

Törnbeschreibung

 

2.6.2010 Start in Bodenwerder um 9:50 Uhr bei Mieselwetter, in die Schleuse Hameln konnten wir gleich einfahren. Von 11:30 – 11:45 Uhr dauerte die Schleusung bei kaltem und bedecktem Himmel. Gegen 16:00 Uhr waren wir an der Schachtschleuse in Minden wo reger Verkehr herrschte. Aus diesem Grund wurden wir gegen 16:45 Uhr zu Unter- und Oberschleuse umgeleitet und waren gegen 18:00 Uhr durch diese Schleusen. Somit haben wir um 18:40 Uhr im Yachthafen Minden am Mittellandkanal angelegt. Die Aufnahme dort war sehr nett, das Sanitärgebäude öffnet sich durch einen Zahlencode, ist sehr sauber, jeweils 3 Duschen und 3 Toiletten für Damen und Herren. Eine Waschmaschine und ein Trockner können mit Waschmarken benutzt werden. Der Hafenmeister ist auch der Koch in der Hafengaststätte und man kann dort sehr gut essen besonders Schnitzel. Brötchen bekommt man im nahegelegenen Supermarkt.

3.6.2010 Start um 9:40 Uhr bei Sonne, jedoch war es noch etwas kalt. Es war reger Binnenschiffsverkehr. Dieter hatte einen Überholvorgang gestartet und da unsere Tanks voll waren und durch Fahrräder und Gepäck das Boot schwerer als sonst war, dauerte dieser Vorgang auch recht lange. Gegen 14:30 Uhr haben wir im YH Seelze im Stichkanal Linden angelegt direkt vor einem sehr schönen Cafe und einer schicken Anlage mit Palmen, Leuchttürmen usw. Die Dusche und Toilette ist etwa 5 Min. zu gehen, man muss durch ein Tor mit Zahlenschloss. Inzwischen war es sehr warm geworden, und wir haben uns eine Capuccino gegönnt. Der Hafenmeister kommt gegen 18:00 Uhr, somit sind wir in den Ort gegangen, am Sportgelände vorbei und über die Eisenbahnbrücke ist man in ca. 15 Min. in der Innenstadt.

4.6.2010 Start um 9:50 bei Sonne, gegen 10:30 Uhr haben wir an der Spundwand am MLK angelegt und sind bei km 156 an der Brücke die Treppe hinaufgegangen zur Tankstelle. Gegen 11:10 Uhr fuhren wir weiter. Da am MLK vielfach gebaut wird mussten wir gegen 12:30 Uhr am Engpass warten um den Gegenverkehr vorbeizulassen. Gegen 13:30 Uhr konnten wir in die Schleuse Anderten einfahren, mit uns 2 Sportboote mit jungen Pärchen die zum Jubiläum nach Fallersleben wollten. Der Hub der Schleuse ist 14,7 m und dauert ca. 25 Min. ist also recht schnell. Gegen 17:25 Uhr sind wir dann im YH Heidanger am Stichkanal Salzgitter angekommen. Eine wundervolle Anlage mit vielen Palmen, einem eleganten Gasthaus, sehr schönem Sanitärgebäude seitlich der Gaststätte mit Waschmaschine und Trockner. Der Chef hat Dieter zur Tankstelle gefahren und noch Kanister zur Verfügung gestellt.

5.6.2010 Abfahrt um 9:40 Uhr bei Sonnenschein und warm, gegen 12:00 Uhr waren wir an der Schleuse Sülfeld und hatten etwa 15 Min. Wartezeit. Mit uns wurden 4 Sportboote geschleust, der Hub beträgt 9 m und um 12:40 Uhr konnten wir aus der Schleuse ausfahren. Gegen 13:40 fuhren wir in den Wolfsburger Yachthafen. In diesen Hafen darf man nicht einfahren wenn das Wasser in der Einfahrt durch Binnenschifffahrt oder ähnliches küselt, man wird abgetrieben und kann das Boot kaum halten. Wir sind sehr freundlich aufgenommen worden und inzwischen war es auch sehr warm geworden. Dieser Hafen liegt direkt am Stadion, dahinter die Autostadt und über eine Fußgängerbrücke ist man in der Innenstadt. Im Bootshaus ist ein italienisches Restaurant, Brötchen hat uns der Hafenmeister morgens mitgebracht. Toilette, Duschen, Waschmaschine und Trockner sind im Gebäude hinter dem Restaurant untergebracht.

6.6.2010 Gegen 9:45 Uhr starteten wir, es waren einzelne Schleierwolken am Himmel aber warm. Die Fahrt auf dem MLK war sehr langweilig, gegen 14:20 Uhr fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein in den Sportboothafen Haldensleben. Der Hafen ist groß, alles neu, schöne Sanitäranlagen, eine sehr nette Hafenmeisterin die auch die Bewirtung im Hafenrestaurant betreibt und bei ihr kann man Brötchen bestellen. Zum Ort sind 15-20 Min. zu gehen, hier erinnert noch viel an DDR-Zeiten.

7.6.2010 Da in diesem Bereich einspuriger Verkehr für die Binnenschifffahrt besteht und diese im halbstündigen Wechsel fährt, startetet wir um 8:50 Uhr bei Wechsel aus Sonne und Bewölkung. Bei km 311 war eine große Baustelle in der ein Baggerschiff und ein Schlepper quer im Fahrwasser arbeitete. Inzwischen waren starke Windböen von 5-7 km aufgekommen die von Steuerbord wehten. Die Wartezeit betrug ca. 40 Min., das Boot war sehr schwer auf Kurs zu halten. Dann endlich ergab sich eine Möglichkeit und wir konnten nach Rücksprache über Funk diese Baustelle passieren. Bei km 321 beginnt der Trog über die Elbe und bei km 325 ist die Schleuse Hohenwarte. Zur Überfahrt über die Trogbrücke muss man sich bei der Schleuse anmelden, man darf nur hinter der Berufsschifffahrt überfahren; aber Achtung – wenn man sich nicht anmeldet kann das eine empfindliche Geldstrafe nach sich ziehen. In der Schleuse Hohenwarte müssen Sportboote entweder an größeren Sportbooten die am Automatikpoller liegen oder an Fahrgastschiffen festmachen da der Hub 19,5 m beträgt und der Schleusenvorgang ca. 40 Min. dauert. Somit waren wir gegen 12:00 Uhr durch die Schleuse und fuhren in den Elbe-Havel-Kanal. Im Verlauf unseres Törns erhielten wir den Tipp, dass man im Niegripper See sehr gut liegen kann und da das mal ein Kiesabbaugebiet war auch sehr sauberes Wasser zum Baden vorfindet. Wir fuhren aber weiter, waren um 13:45 Uhr durch die Schleuse Zerben mit 6 m Hub und kamen gegen 16:00 Uhr in Genthien an. Dieser Hafen ist sehr klein ca. 10 Liegeplätze, wenig und wackelige Stege aber neues Sanitärgebäude mit WC, Duschen Waschmaschine und Trockner nur für 1,00 €. Hier hilft jeder jedem und der Hafenmeister ist sehr fürsorglich und rege. Supermarkt und Tankstelle sind nur ca. 300m entfernt. Eine Karre und Kanister stehen zur Verfügung. Zwei Schiffe vor uns ist der 300. Besucher mit einem Präsent empfangen und durch die örtliche Presse interviewt worden. Diese Tagesstrecke mit den vielen Anforderungen war uns eigentlich zu lang und für den Kapitän zu stressig.

8.6.2010 Abfahrt um 9:10 bei Sonne, um 11:10 Uhr waren wir nach kurzer Wartezeit durch die Schleuse Wusterwitz in Neu Woltersdorf. Jetzt kam eine sehr schöne Seenlandschaft, endlich den Kanal hinter uns gelassen. Wir fuhren durch den Wendsee, den Plauer See, den Breitlingsee durch den Plauer Gmünd in die Brandenburger Niederhavel und legten am Wasserwanderrastplatz Salzhofufer in Brandenburg an. Hier sind auch nur wenige Liegeplätze und laut Karl-Heinz sollten wir uns tel. anmelden damit ein Platz für uns freigehalten würde. Das Problem ist jedoch das Freitag bis Sonntag ein anderer Hafenmeister als in der Woche da ist und der vom Wochenende seinen AB nicht abhört. Wir waren aber früh genug da und haben einen Liegeplatz, der sehr zentral an der Stadt ist, bekommen. Dusche und WC gibt es im Container der oberhalb des Anlegestegs am öffentlichen Radweg steht und mit Chips zu benutzen ist. Wir haben uns die Altstadt angeschaut, die sehr schön durch viele Wasserwege und viel Grün angelegt ist. Direkt am Salzhofufer ist ein Slawendorf in dem gerade Filmaufnahmen gemacht wurden. Die Gastlieger kamen vom Main, von Potsdamm und vom Stienitzsee und mit jedem wurde geschnackt da die Weser und Bodenwerder doch sehr unbekannt waren. Mit dem Schlachter vom Stienitzsee haben wir abends noch Kümmerling getrunken.

9.6.2010 Start um 9:30 Uhr bei diesig warmen Wetter. Um 10:05 Uhr waren wir bereits durch die Vorstadtschleuse. Direkt hinter dieser Schleuse ist ein ganz neuer Hafen gebaut, der sehr exklusiv sein soll. Für uns schloss sich eine sehr schöne abwechslungsreiche Landschaft an. Man sollte aber unbedingt in der betonnten Fahrwasserstraße bleiben, da in den Abzweigungen die Wassertiefe sehr flach sein kann. Etwas schwierig war die Einfahrt in den Dammgraben zu erkennen. Hinter Ketzin ist auf die Querseilfähre zu achten, die ein gefährliches Zugseil hat. Gegen 13:50 Uhr legten wir an der Porta Sophia in Werder an, hier ist man sehr zentral zur Inselstadt und auch zum Ort. Die Tel.Nr. des Hafenmeisters ist groß vor dem Gastliegesteg angebracht und wenn man ihn anruft weist er gleich einen Liegeplatz zu. Duschen, WC, Waschmaschinen sind im Keller des gegenüberliegenden Wohnhauses und sehr neu und sauber. Die Waschmaschine und den Trockner haben wir für € 3,00 je Vorgang genutzt. Inzwischen betrug die Temperatur 30°, zwei Stege weiter lag die Moby Dick, die bei der Weserfahrt in unserem Hafen war. Somit konnten wir wieder Erfahrungen austauschen und über den geplanten Törn sprechen. Da im Hafen ein Service-Wagen von Propellerschmidt stand und wir noch eine defekte Schraube an Bord hatten, haben wir nachgefragt ob eine Reparatur möglich wäre. Er hat die Schraube mitgenommen und für € 89,00 repariert, wir haben sie uns bei der Rückfahrt nach Potsdam bringen lassen. Nach einem Rundgang über die Insel haben wir im Gasthaus „Arielle“ Fisch gegessen. Arielle ist eine Fischräucherei und Fischrestaurant. Man kann Fisch kaufen, im Selbstbedienungstrakt essen oder sich auf der Terrasse bedienen lassen. In der Nähe ist die historische Kneipe das Kuddeldaddeldu.

10.6.2010 Morgens um 7:00 gab es ein Gewitter, das jedoch nicht lange anhielt. Wir haben einen Rundgang über die Insel gemacht, es war wieder um 30° warm und Gewitterluft. Gegen 14:00 Uhr sind wir dann doch noch nach Potsdam weitergefahren und dort um 15:10 Uhr im Yachthafen Potsdam Armin Burchardi angekommen. Dies ist ein sehr großer Hafen mit einer Werft, Sanitäranlagen sind in einem Container auf dem Werftgelände sehr sauber untergebracht. Am Gelände vorbei geht der öffentliche Radweg, den man bis zur Innenstadt gehen oder fahren kann. Wir haben uns die Innenstadt mit Fußgängerzone bis zum Brandenburger Tor in Potsdam angesehen und beschlossen auf dem Rückweg noch Zeit für weitere Besichtigungen einzuplanen.

11.6.2010 Gegen 10:00 Uhr sind wir bei Sonne und sehr drückender Wetterlage gestartet. Zwischenstopp haben wir bei km 25 „Tankstation auf dem Kiewitt“ zum Tanken gemacht – sehr freundlich und günstiger als in der scharfen Lanke. Den 2. Zwischenstopp zum Einkaufen haben wir Im Tiefen See bei km 27,5 gemacht, da gibt es einen Anleger direkt bei ALDI. Gegen 12:00 Uhr sind wir weitergefahren einmal unter der Glienicker Brücke hindurch und wieder zurück durch den Griebnitz-See, Stölpchen See, Pohle See in den Wannsee. Durch den Griebnitz Kanal besteht Einbahnverkehr für Fahrzeuge über 2 m Breite der jede halbe Stunde wechselt. Gegen 13:00 Uhr sind wir in der Marina Wannsee angekommen und da es sehr warm war, haben wir erst einmal gebadet. Die Marina Wannsee ist sehr exklusiv, die Liegegebühr betrug für unser Boot € 20,00 aber es war alles inklusive (Duschen, Wasser, Strom). Da unsere Freunde in der Nähe wohnen, haben wir den Nachmittag und Abend gemeinsam verbracht.

12.6.2010 Hafentag – da es bedeckt und regnerisch war, sind wir per S-Bahn ins Zentrum von Berlin gefahren und haben gebummelt (Gedächtniskirche, KADEWE, Arkaden am Potsdamer Platz). Bootsnachbarn und selbst ein erfahrener Kapitän haben uns empfohlen, nicht durch Berlin zu fahren, da die Ausflugsdampfer rigoros und ohne Rücksicht auf Sportboote ihre Tour fahren. Außerdem sieht der Schiffsführer zu wenig, da er auf den starken Schiffsverkehr achten muss und man hat keine Erklärungen und Hinweise über die passierten Sehenswürdigkeiten.

13.6.2010 Hafentag – Wetter war gut, wir sind zu Fuß durch den Grunewald zur Pfaueninsel gewandert und haben diese besichtigt, zurück sind wir mit dem Bus gefahren. Abends sind wir per S-Bahn zu unseren Freunden und haben uns das WM-Spiel angesehen.

14.6.2010 Abfahrt um 10:00 Uhr bei Sonnenschein durch den Wannsee und die Havel zur Scharfen Lanke. Angelegt haben wir direkt vor dem DLRG-Turm beim Bootshaus Hempler und sind sehr freundlich aufgenommen worden. Hier beträgt die Liegegebühr auch nur 1,--€ pro m Schiffslänge plus 0,50 € pro Person, Strom ist inklusive. Auch hier ist man ziemlich zentral, da die Bushaltestelle nur ca. 300 m entfernt ist. Bis zu 6 Stationen zahlt man € 1,60 oder ein Tagesticket war für Bus, S-Bahn und Regionalbahn gilt kostet € 6,10. Ein Niemeyer-Bootszubehörladen, Bootsreparaturen und –Händler sind in der Nachbarschaft. Wir sind mit dem Bus 6 Stationen bis zum Spandauer Rathaus gefahren, haben uns die Innenstadt angesehen und uns nach einem Ausflugsdampfer erkundigt.

15.6.2010 Gegen 9:20 Uhr sind wir mit dem Bus wieder in die Innenstadt Spandau und haben Abfahrt Lindenufer 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr auf dem Fahrgastschiff „ M.S. Heiterkeit“ an der City-Schleusenfahrt für € 12,00/Person teilgenommen. Diese ging über die Spree zum Schloss Charlottenburg, Hauptbahnhof, Reichstag, Bundeskanzleramt, Haus der Kulturen, Friedrichstraße und zurück über Schleuse Plötzensee, Hohenzollernkanal, Wasserstadt Spandau, Zitadelle Spandau, Schleuse Spandau. Durch die Live-Moderation und nette Mitreisende war diese Fahrt sehr schön und informativ. Wir haben eingesehen, dass wir, wenn wir selbst gefahren wären, nicht soviel Information und Spaß gehabt hätten.

16.6.2010 Heute wollten wir vieles was wir per Schiff gesehen haben noch mal von Land erkunden. Aus diesem Grund haben wir uns ein Tagesticket genommen und sind mit dem Bus zur Haltestelle Schloss Bellevue gefahren (wie eine Stadtrundfahrt). Nach Besichtigung sind wir zu Fuß durch den Tiergarten zur Siegessäule, zum sowjetischen Ehrenmal, Brandenburger Tor, Reichstag. Bundeskanzleramt, Museumsinsel, unter den Linden und zum Dom. Im Dom kann man bis zur Kuppel hochsteigen und wird mit einem herrlichen Blick über Berlin belohnt. Den Reichstag kann man auch kostenlos besichtigen, jedoch war großer Andrang und wir hätten ca. 45 Min. Wartezeit gehabt. Da es wieder sehr warm war, haben wir darauf verzichtet. Um unser Ticket noch auszunutzen sind wir vom Bahnhof Friedrichstraße noch zum Alexanderplatz per S-Bahn gefahren und haben uns dort umgesehen.

17.6.2010 Bei Sonnenschein und gegen 10:00 Uhr schon 26° sind wir gestartet, durch die Havel, am Kälberwerder und der Pfaueninsel vorbei durch den Kladower See in den Jungfern See. Hier haben wir kurz nach 11:00 Uhr geankert und nach dem wir die vorbeikommende Schwanenfamilie gefüttert hatten, durften wir auch baden. Um 14:30 Uhr sind wir dann gestartet und wieder unter der Glienicker Brücke hindurch in den Tiefen See um bei Aldi bequem einzukaufen. Gegen 17:00 Uhr sind wir dann wieder im Yachthafen Potsdam angekommen.

18.6.2010 Heute starten wir mit dem Fahrrad in den Schlosspark und sehen uns den Chinesischen Pavillon und Schloss Sanssouci an. Da unsere reparierte Schraube geliefert wurde, fuhren wir auf 12:00 Uhr zurück. Im Hafen gibt es einen Italiener wo wir günstig Pizza essen und uns das WM-Fußballspiel ansehen konnten. Danach sind wir erneut in den Schlosspark geradelt und haben uns das Schloss Charlottenhof, das Neue Palais, die Orangerie und die Römischen Bäder angesehen.

19.6.2010 Wir starten bei Regenschauer und 18° durch den Tiefen See, Jungfern See durch den Sacrow-Paretzer-Kanal (sehr langweilig) vorbei an Ketzin durch den Dammgraben und den Trebel See. Hier ist gegen 14:00 Uhr recht hoher Wellengang und wir haben Windstärke von 5 bis 6. Von der Havel biegen wir vor der Vorstadtschleuse backbord in die Brandenburger Sadthavel und biegen bei km 56 steuerbord Richtung Kanal und legen um 15:00 Uhr bei Schoners Wehr an. Inzwischen ist das Wetter besser und die Sonne scheint. In Brandenburg ist dieses Wochenende Havelfest. Im Hafen Schoners Wehr werden große Yachten verchartert und wir können die Skipper beobachten, die bei Übernahme einer Yacht ein kurzes Skipper-Training absolvieren müssen. Einzelne Yachten werden für das Havelfest geschmückt. Das Bootshaus ist bewirtet und man kann sehr günstig und gut essen. Abends sind wir zum WWRP am Salzhofufer gegangen und da dort direkt das Havelfest war, hätten wir sicher keine Nachtruhe bekommen.

20.6.2010 Hafentag – Das Wetter ist noch kühl teils bewölkt, teils sonnig. Vormittags gehen wir über die Kanalbrücke, schauen uns die Schleuse von oben an und den neu erbauten Hafen auf der gegenüberliegenden Havelseite. Dieser Hafen ist sehr exklusiv und bietet alles was das Herz begehrt, südlicher Flair durch viel Palmen und Blumen, Restaurant, Cafe, große Sanitäranlagen, schöne Aussicht auf die Havel. Nachmittags gehen wir zum Havelfest und schauen uns die Darbietungen z.B. Wasserski auf Fußsohlen und Sprung mit dem Kanu von der Brücke (ca. 8 m Höhe) an.

21.6.2010 Wir starten um 9:10 Uhr bei Sonne und fahren durch die Vorstadtschleuse in den kleinen Beetsee und den Silokanal. Inzwischen war es kalt und windig, danach fuhren wir wieder durch den Quenzsee, den Plauer See, den Wendsee zur Schleuse Wusterwitz. An den Sportbootwarteplätzen mussten wir ca 30 Min. festmachen und konnten gegen 12:10 Uhr aus der Schleuse ausfahren. Gegen 13:30 Uhr trafen wir im Hafen Genthin ein. Hier nahmen wir wieder die günstige Gelegenheit zum Bunkern und Einkaufen wahr. Außerdem haben wir unsere Wäsche für € 1,00 gewaschen und für € 1,00 getrocknet. Bis Nachmittag war der Hafen wieder sehr voll, aber alle sind zusammengerückt und haben auch dem letzten das Anlegen zwischen zwei anderen Booten ermöglicht. Festgemacht wurde mit langen Leinen quer durch den ganzen Hafen.

22.6.2010 Start um 9:25 Uhr bei sonnig-warmem Wetter und wir waren gegen 11:00 Uhr an der Schleuse Zerben. Dort konnten wir erst nach 45 Min. Wartezeit einfahren und um 12:10 ausfahren. Andere Skipper hatten uns auch den Hafen in Burg empfohlen oder im Niegripper See anzulegen, dies ist ein ausgebaggerter Kiessee, das Wasser ist sehr sauber zum Baden aber zum Anlegen muss man ganz durchfahren. Um 13:55 Uhr waren wir an der Schleuse Hohewarthe und konnten, nachdem 2 Binnenschiffe und das Fahrgastschiff Sachsen-Anhalt eingefahren waren an diesem festmachen. Wir haben noch mal mit der Schleuse wegen der Überfahrt über die Trogbrücke gefunkt und die Anweisung erhalten nach den 2. Binnenschiff mit überzufahren. Dieses Schiff fuhr nur 4 km/h da er in den Rothenseer Verbindungskanal abbiegen wollte und bereits wusste, dass er Wartezeit hatte. Somit hat unsere Überfahrt über den Trog viel Zeit gekostet da man auf dem Trog nicht überholen darf. Bei Groß Ammensleben km 311 kamen wir wie auf der Hinfahrt wieder an der Groß-Baustelle an und hatten erneut 40 Min Wartezeit bis es eine Möglichkeit zum Passieren gab. Somit kamen wir erst gegen 18:00 Uhr im Hafen Haldensleben an und der Hafen war sehr voll obwohl dort viele Liegeplätze zur Verfügung stehen. Diese Strecke war uns, wie auf der Hinfahrt auch, zu lang und zu stressig. Zum Stressabbau sind wir abends noch etwas mit dem Rad durch die Feldmark gefahren und nach der Begegnung mit Hase und Rehbock hätte Dieter bald einen Dachs überfahren.

23.6.2010 Abfahrt um 9:50 Uhr bei Wechsel zwischen Sonne und einzelnen Wolken. Diese Strecke des MLK ist sehr langweilig da rechts und links nicht viel zu sehen ist. Gegen 14:20 Uhr kamen wir beim MBC Wolfsburg an und wurden sehr herzlich empfangen. Dieter und Inge, der Hafenmeister der Wolfsburger aus Rinteln war auch angekommen auf seinem Törn Richtung Berlin. Axel hat uns und anderen mit seinem Auto Benzin besorgt. Abends haben wir bei dem Italiener im Hafen gegessen und mit einigen Wolfsburger Mitgliedern Fußball geschaut. Brötchen konnten wir beim naheliegenden Campingplatz am Allersee bestellen.

24.6.2010 Heute wollen wir bei Sonne pur die Autostadt besichtigen. Wir waren von10:00 bis 18:00 Uhr in der Autostadt und total begeistert über die vielen Möglichkeiten und Informationen. Eintritt kostet € 15,00, für Rentner € 12,00 und beinhaltet eine 1-stündige Schifffahrt auf dem MLK(die wir nicht gemacht haben) und die Fahrt mit einer Bahn durch das VW-Werk. Über die Fußgängerbrücke rechts gibt es noch das Erlebnismuseum Phaeno das auch sehr interessant sein soll. Da wir inzwischen die Information hatten, dass die Weser wenig Wasser führt, haben wir uns entschlossen uns am Sonntag per Trailer von Minden abholen zu lassen und somit mussten wir am Freitag weiterfahren. Abends haben wir noch mit Dieter zusammengesessen und er hat uns seinen Film vom Jubiläum des MCB Bodenwerder auf seinem Laptop vorgeführt.

25.6.2010 Start um 10:15 Uhr bei warmem Sonnenschein und wir kamen um 11:10 Uhr an der Schleuse Sülfeld an. Hier hatten wir 45 Min. Wartezeit und konnten erst um 12:35 Uhr nach der Berufsschifffahrt weiterfahren. Inzwischen hatten wir starken Gegenwind und durch den starken Schiffsverkehr auch viele Wellen. Gegen 16:50 Uhr haben wir am Außensteg im Yachthafen Sehnde festgemacht. Der Hafen ist durch eine Tür verschlossen obwohl viele Liegeplätze im Hafen frei waren. Die Anlage mit der nachgebauten Kugelbarke ist sehr schön, könnte jedoch etwas Pflege gebrauchen. Sanitäranlagen sind sauber und recht neu. Nachts haben wir auch am Außensteg recht ruhig gelegen.

26.6.2010 Gegen 9:00 Uhr sind wir gestartet und waren kurz vor 10:00 Uhr an der Schleuse Anderten. Nach kurzer Wartezeit konnten wir einfahren und gegen 10:45 Uhr wieder ausfahren. Unser Ziel, den Yachthafen Minden erreichten wir um 17:00 Uhr. Da wir am nächsten Tag kranen wollten, konnten wir schon vor der Kranstelle anlegen. Herr Seele der Organisator der LMN-Weserfahrt lud uns abends ein mit ihm und weiteren Mitgliedern etwas zu trinken und Erfahrungen auszutauschen.

27.6.2010 Gegen 14:00 Uhr waren unsere Kinder mit dem LKW da und wir konnten kranen. Der Kran soll 4 t heben können und hatte bei unserem Boot, was ca. 3 t wiegt, Schwierigkeiten, wobei der Tank recht leer war und wir Wasser bereits entsorgt hatten. Danach haben wir im Hafenrestaurant sehr gut gegessen (bekannt für große Schnitzel) und unsere Heimreise angetreten. Obwohl wir erst gegen 19:00 Uhr in unserem Hafen in Bodenwerder ankamen, hat uns Jochen noch ohne Schwierigkeiten gekrant. Dafür danken wir ihm sehr.